Man glaubt oft, man müsse in Nazaré auf die ganz großen Tage warten, um die Kraft des Atlantiks zu verstehen. …….
Aber schon vier oder fünf Meter reichen völlig aus – auch wenn das in Nazaré niemanden beeindruckt. In Holland würde man bei dieser Höhe wahrscheinlich schon den halben Küstenabschnitt absperren und drei Warnschilder extra aufstellen.
In Nazaré zucken die Surfer bei solchen Bedingungen nur kurz mit den Schultern und paddeln weiter.
Was mich fasziniert, ist nicht der Lärm oder das Spektakel, sondern das Zusammenspiel aus Form und Bewegung. Manche Wellen laufen sauber durch, andere klappen plötzlich ein, wieder andere reißen das Licht mit sich, als würde die Gischt für Sekunden zu Staub. Wenn man oben am Hang steht, fühlt man die Tiefe unter sich und zugleich die Spannung im Wasser. Jede Welle hat ihren eigenen Ablauf, und doch gehören sie alle zu einem größeren Rhythmus.
Die Surfer wirken dabei fast wie Orientierungspunkte. Klein, aber nicht verloren. Sie lesen die Oberfläche viel früher als wir. Man sieht, wie sie warten, wie sie die Schulter einer Welle einschätzen, wie sie im richtigen Moment drehen. Dieses Zusammenspiel zwischen Mensch und Wasser macht die Szene komplett.
Ich wollte diese Momente festhalten, ohne Übertreibung, ohne Jagd nach dem nächsten Rekord. Nur das, was da ist. Linien, Licht, Kraft, Richtung. Wenn es gelingt, fühlt man beim Betrachten ein wenig von dem, was dort unten passiert – die Ruhe davor, die Wucht danach und alles dazwischen…..










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